Warschau
| Warschau Warszawa | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Polen |
| Woiwodschaft: | Masowien |
| Powiat: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 517,24 km2 |
| Einwohner: | 1.862.402 (31.06.2024)[1] |
| Postleitzahl: | 00-001 bis 04-999 |
| Telefonvorwahl: | (+48) 022 |
| Kfz-Kennzeichen: | WA, WB, WD, WE, WF, WH, WI, WJ, WK, WN, WT, WU, WW, WX, WY |
| Webpräsenz: | um.warszawa.pl |
Warschau (polnisch Warszawa
[[varˈʃava]], russisch Варшава, lateinisch Varsovia) ist die Hauptstadt der Republik Polen. Die kreisfreie Stadt liegt in der Woiwodschaft Masowien an der Weichsel. Warschau ist seit 1596 die Hauptstadt Polens und die flächenmäßig größte sowie bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Warschau hat 1,75 Millionen Einwohner (Stand Dezember 2016).[2]
Geschichte
Die genaue Ursprung von Warschau ist weitgehend unbekannt. Archäologische Funde innerhalb der heutigen Stadtgrenzen belegen die Existenz von Stare Bródno, einer kleinen Siedlung aus dem 10. und frühen 11. Jahrhundert. Später wurde diese durch die beiden Siedlungen Kamion und Jazdow ersetzt. Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde Jazdow nördlich verlegt, womit Warschau (damals bekannt als Warszowa) entstand. Dabei wurde eine Burg errichtet. 1339 übernahm ein Vogt die Verwaltung, ab 1376 gab es dann einen Stadtrat.[3]
Im 15. Jahrhundert wurde Warschau zur Hauptstadt des Herzogtums Masowien. Nördlich der ursprünglichen Siedlung (heute als Altstadt bekannt) entstand die Neustadt. Nach der Eingliederung der Stadt in das Königreich Polen (1000 bis 1795) im Jahr 1526 gewann Warschau an Bedeutung, denn ab 1569 tagte der Sejm (polnischer Reichstag) in der Stadt, und ab 1573 fanden dort auch die Königswahlen statt. 1573 wurde eine feste Brücke über die Weichsel errichtet. König Sigismund III. Wasa (1566–1632) ließ ab 1596 die Burg zu einer königlichen Residenz umbauen und verlegte 1611 den Hof von Krakau nach Warschau, womit die Stadt faktisch zur Hauptstadt Polens wurde.[3]
Am 3. Mai 1791 wurde in der Stadt eine parlamentarische Verfassung verkündet. Der nationale Aufstand von 1794 unter dem Militäringenieur Tadeusz Kościuszko (1746–1817) gegen die zweite Teilung Polens wurde jedoch niedergeschlagen, und nach der dritten Teilung 1795, die Polen von der Landkarte tilgte, wurde Warschau zu einer Stadt in Preußen. 1806 besetzte die französische Armee unter Napoleon Bonaparte (1769–1821) Warschau, und 1807 schuf dieser das Herzogtum Warschau, ein Marionettenstaat von Frankreich. Damit gab es vorübergehend wieder einen polnischen Staat, doch nach dem erfolglosen Überfall auf das Russische Kaiserreich marschierten die russischen Truppen in das Herzogtum Warschau ein und lösten es auf.[3]
Trotz der russischen Besatzung und den darauffolgenden Bemühungen, die polnische Bevölkerung zu russifizieren, blühten die Textil-, Metall- und Lederindustrien auf und Warschau gewann zudem als Eisenbahnknotenpunkt Bedeutung. Im Ersten Weltkrieg bekriegten sich die Nachbarn Deutschland und Russland, hauptsächlich auf polnischem Boden. Trotz anfänglicher Erfolge der russischen Armee änderte sich die Situation im Laufe der Monate zugunsten von Deutschland. So stand ganz Polen von 1915 bis 1918 unter deutscher Herrschaft. Aufgrund der Bemühungen der westlichen Entente verlor Deutschland allerdings und Polen wurde zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrhundert wieder ein eigenständiger Staat.[3]
Nach knapp zwei Dekaden der Unabhängigkeit marschierte NS-Deutschland unter Adolf Hitler (1889–1945) ab dem 1. September 1939 in Polen ein und Warschau wurde schnell besetzt, die deutsche Besatzung schuf das Generalgouvernement. Warschau war zwar Teil davon, allerdings galt Krakau als Hauptstadt. Während der Besatzung starben fast eine Million Einwohner, insbesondere die Juden wurden in Konzentrations- oder Vernichtungslager deportiert. Das Warschauer Ghetto wurde 1940 errichtet. 1944 fand in Warschau ein Aufstand der polnischen Heimatarmee statt, der niedergeschlagen wurde. 1945 marschierte die Rote Armee der Sowjetunion in Warschau ein und befreite die Bevölkerung von der NS-Herrschaft. Seitdem ist Warschau wieder die polnische Hauptstadt. 1989 endete die kommunistische Herrschaft in Polen.[3]
Stadtgliederung
Warschau ist in 18 Stadtbezirke (dzielnice) unterteilt.[4]

| Name | Wappen | Karte |
|---|---|---|
| Bemowo | ||
| Białołęka | ||
| Bielany | ||
| Mokotów | ||
| Ochota | ||
| Praga-Południe | ||
| Praga Północ | ||
| Rembertów | ||
| Śródmieście | ||
| Targówek | ||
| Ursus | ||
| Ursynów | ||
| Wawer | ||
| Wesoła | ||
| Wilanów | ||
| Włochy | ||
| Wola | ||
| Żoliborz |
Sehenswürdigkeiten
- Altstadt: Der historische Kern von Warschau, existiert seit dem 13. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese fast vollständig zerstört, konnte aber danach über Jahrzehnte wiederaufgebaut werden. Zu der Altstadt gehört der Marktplatz, eine Skulptur in Anlehnung an das Wappen der Stadt, die Sigismundsäule, eine 22 Meter hohe Statue von König Sigismund III. sowie die Johanneskathedrale aus dem 15. Jahrhundert, die älteste Kirche Warschaus.
- Königsschloss: Bereits im 14. Jahrhundert erbaut, besteht seit dem 16. Jahrhundert in seiner heutigen Form. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört und danach wiederaufgebaut.
- Park der Bäder: Der größte Park Warschaus, auf Polnisch als Łazienki-Park bekannt. Enthält einen Wasserturm aus dem 17. Jahrhundert, zahlreiche Denkmäler, ein Theater und zwei Orangerien.
- Kulturpalast: Das von 1952 bis 1955 erbaute, 230 Meter hohe Gebäude ist offiziell bekannt als der Kultur- und Wissenschaftspalast und symbolisiert die Zeit der sowjetischen Herrschaft in Polen. Enthält eine Aussichtsplattform in 114 Metern Höhe.[5]
Verkehr
Warschau hat ein gut ausgebautes Verkehrssystem. Es gibt zwei U-Bahnlinien (M1 und M2) und ein Straßenbahnnetz, welches durch Buslinien ergänzt wird. Der Hauptbahnhof ist bedeutend und bietet Verbindungen zu ganz Europa. Weiterhin verläuft durch die Stadt die Autobahn 2 sowie die Schnellstraßen S2, S7, S8, S17 und S79.[6]
Der Chopin-Flughafen am Rande von Warschau ist der größte Flughafen Polens und ein wichtiges Drehkreuz. Er ist benannt nach dem Komponisten Frédéric Chopin, zählt jährlich rund 18,5 Mio. Passagiere und verfügt über ein Terminal.[7][8]
Literatur
- 1998: Vernichtung und Utopie. Stadtplanung Warschau 1939 - 1945, Niels Gutschow und Barbara Klain, 187 Seiten, Junius Verlag GmbH, ISBN 978-3885062233
- 2009: Warschau: Der thematische Führer durch Polens Hauptstadt, Grzegorz Piatek und Jaroslaw Trybus, 240 Seiten, Schröderscher Buchvlg, ISBN 978-3897280700
- 2009: Die europäische Stadt in Transformation: Stadtplanung und Stadtentwicklungspolitik im postsozialistischen Warschau (Stadt, Raum und Gesellschaft), Florian Koch, 276 Seiten, VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISBN 978-3531170909
- 2016: Viva Warszawa: Polen für Fortgeschrittene, Steffen Möller, 304 Seiten, Piper Taschenbuch, ISBN 978-3492309004
Weblinks
- Warsaw – The Official Website of the Capital of Poland
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- Fall in love with Warsaw bei YouTube

- Warschau und Polen - Persönlich von Antoni Władyka
- Warschau bei Wikimedia Commons

- Warschau in Wikivoyage

Quellen
- ↑ Główny Urząd Statystyczny / Obszary tematyczne / Ludność / Ludność / Sytuacja demograficzna Polski do roku 2022
- ↑ Polen - Auswärtiges Amt
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Eintrag zu Warschau auf Britannica (englisch)
- ↑ Ustawa z dnia 15 marca 2002 r. o ustroju miasta stołecznego Warszawy. -> Tekst ujednolicony
- ↑ Daten zu den Warschauer Sehenswürdigkeiten bei Warschau.info
- ↑ OpenStreetMap
- ↑ - Karte von Flughäfen in Polen
- ↑ Informationen zum Chopin-Flughafen bei Flughafendetails.de