Oric Telestrat

Der Oric Telestrat ist ein 8-Bit-Mikrocomputer des französische Unternehmen Euréka Informatique. Er kam 1986 quasi als Nachfolger des Oric Atmos auf den Markt.[1]
Geschichte
Das britische Unternehmen Tangerine Computer Systems brachte 1982 den Oric 1 und 1984 den Oric Atmos auf dem Markt. Diese konnten sich jedoch nicht gegen die Konkurrenten von Commodore und Sinclair Research durchsetzen. Nach dem finanziellen Kollaps von Oric Products International (OPI) übernahm 1985[1] das französische Unternehmen Euréka Informatique die Rechte und brachte mit dem Oric Telestrat eine Mischung aus klassischem 8-Bit-Heimcomputer und Kommunikationszentrale auf den Markt. Die Architektur des Oric Telestrat erlaubt es, per Cartridge zwischen verschiedenen ROM-Bänken zu wechseln. So gelangt man zum Beispiel in den Atmos-Kompatibilitätsmodus, der eine Nutzung der Softwarebibliothek des Oric Atmos ermöglicht. Der Telestrat war konzipiert für Datenübertragung, Textkommunikation und Datei-Austausch und damals seiner Zeit voraus.[2] Eigentlich wurde als Nachfolger des Atmos der Stratos entwickelt, aber A.S.N. hatte sich Namen in der Zwischenzeit schon schützen lassen.[3]
Der Oric Telestrat wurde auch speziell für das französische Videotext-Terminal Minitel angepasst. Ein spezielles 8 KB ROM erlaubt es den Oric Telestrat als Videotext-Server zu nutzen. Für den Computer ist ein 3-Zoll-Diskettenlaufwerk mit 400 KB Speicherkapazität pro Diskette verfügbar. Der Computer läuft mit dem Betriebssystem StradSED, das mit Oric DOS kompatibel ist.[1] Bei Markteinführung kostete der Computer rund 3.990 französische Francs, was relativ teuer war. Schätzungen zufolge wurden nur etwa 6.000 Exemplare fast ausschließlich für den französischen Markt produziert.[2] Bereits 1985 brachte Commodore mit dem Amiga 1000 einen Personal Computer mit einem 16/32-Bit Prozessor auf dem Markt.
Im September 1987 kündigte Oric International den Nachfolger Telestrat 2 für November an. Er sollte ein Metallgehäuse besitzen, zwei 800-KByte Diskettenlaufwerke, ein separates Keyboard und eine 80 Zeichen/Zeile Karte. Im Dezember 1987 kommt es dann zum zweiten finanziellen Crash. Oric International meldete Konkurs an und hatte hohe Schulden. Ken Smalldon kündigt einen Ausverkauf an und im März 1988 schloss Oric die Pforten zusammen mit Phildata. Im Dezember 1988 schloss auch der Shop in Paris. Die Firma I.R.I. sichert sich den verbleibenden Lagerbestand und den Namen.[3]
2020 startete ein Projekt um den Oric Telestrat auf einem MiSTer FPGA zu implementieren.[4]
Technische Daten
- CPU: MOS Technology 6502; 1 MHz
- RAM: 64 KB
- ROM: 48 KB
- Auflösung: 240 x 224[5] (Grafik) / 40 x 28 (Text)
- Farben: 8
- Ton: General Instrument AY-3-8912 Chipset; 3 Kanäle, 8 Oktaven
- Anschlüsse: RGB-Video Output (SCART), Parallel / Centronics Port, serieller RS-232s Anschluss, 2 Joystick (Atari-Standard), Kassettenlaufwerk, Diskettenlaufwerk-Anschluss, MIDI-Anschlüsse, Expansionport (wie Oric Atmos), Minitel-Anschluss (seriell, 1200/75 Baud)
- Tastatur: mechanische Tastatur, 57 Tasten, AZERTY-Layout
- Größe: 34,8 x 26 x 7,1 cm[1]
Emulation
Der Oric Telestrat wird von dem plattformübergreifenden Multi-System-Emulator MAME emuliert.[5]
Weblinks
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 OLD-COMPUTERS.COM Museum ~ Oric TELESTRAT @ Wayback Machine
- ↑ 2,0 2,1 Oric Telstar - Mansion Maniax @ Wayback Machine
- ↑ 3,0 3,1 Oric – 8Bit-Museum.de (abgerufen am 5. Mai 2026)
- ↑ GitHub - BigMist/Oric_Telestrat: Oric Telestrat for BigMist · GitHub (abgerufen am 5. Mai 2026)
- ↑ 5,0 5,1 Arcade Database | Oric Telestrat - MAME machine